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Informationen
Allgemeines über die Partnerschaft
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Im Rahmen der Partnerschaft der Kommunalkreise Gütersloh und Valmiera, die 1992 begann und 1994 offiziell begründet wurde, entwickelten sich im Herbst 1994 erste Kontakte nach Matisi, einem kleinen Ort ca. 30 km nördlich von der Kreisstadt Valmiera. Es war deutlich zu spüren, wie viel Hoffnungen die Menschen in Lettland auf die Menschen im Westen in politischer, wirtschaftlicher und auch kirchlicher Hinsicht setzten.
In Matisi traf man auf eine kleine, aber sehr rege evangelisch-lutherische Kirchengemeinde. In dem rund 1000 Einwohner großen Dorf Matisi gehören nur noch ca. 10 Prozent der Menschen der Kirche an. Während der Zeit der russischen Besatzung Lettlands bis 1991 waren sämtliche kirchliche Aktivitäten verboten. Der Aufbau der Kirche geschieht daher vor allem durch die Arbeit mit Kindern in der Sonntagsschule, vergleichbar mit dem Kindergottesdienst in Deutschland.
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Zum 1. Juli 2009 wurde der Kreis Valmiera im Rahmen der kommunalen Neuordnung in Lettland aufgelöst. Zugleich erfolgte eine kommunale Neuordnung auf Gemeindeebene. Es entstanden die Stadt Valmiera sowie die Großgemeinden Beverina, Burtnieki, Koceni, Mazsalaca, Naukseni und Rujiena. Die Gemeinde Matisi gehört seitdem zur Großgemeinde Burtnieki, die Ev. Kirchengemeinde Matisi ist weiterhin eigenständig.
Neben der Holzverarbeitung ist die Landwirtschaft die wichtigste wirtschaftliche Aktivität in Matisi. Durch billige Importe aus dem Ausland sieht es in dem kleinen Ort aber wirtschaftlich sehr schlecht aus.
Viele Menschen leben am Existenzminimum, so dass gerade das Überleben gesichert ist, darüber hinaus aber kein Geld zur Verfügung steht.
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Seit den ersten Kontakten wurden verschiedene Projekte in Matisi unterstützt
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- Reparatur der Kirchturmspitze
- Renovierung der Sakristei
- Anschaffung von 2 PKW für die Kirchengemeinde und den Pfarrer
- Päckchenaktionen für die Kinder der Sonntagsschule.
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- Übergabe von Noten, Literatur, Bastel-und Arbeitsmaterialien
- Sammeln, Verpacken und Verschicken von Kleidung, Schuhen, Bettwäsche usw.
- Reparatur des Kirchturmdachs
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| Durch folgende Aktionen wurde die Partnerschaft vertieft: |
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- jährliche gegenseitige Besuche seit 1994 - Unterzeichnung einer Partnerschaftsvereinbarung 1997 - Durchführung eines großen Open-Air-Benefizfestivals im August 1997 in der Aktionsmulde der Flora Westfalica mit 6 Bands der ev. und kath. Kirchengemeinden in Rheda-Wiedenbrück
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- Konzertreise des Frauengesangsensembles aus Matisi im Kreis Gütersloh im Jahr 2000 und 2009 - Präsentation und Information über die Partnerschaft bei unterschiedlichen Veranstaltungen |
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Die Beziehungen nach Matisi werden auf Rheda-Wiedenbrücker Seite durch den "Freundeskreis Matisi" organisiert.
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Wer Interesse hat an den Treffen (ca. vierteljährlich) und zu den besonderen partnerschaftlichen Veranstaltungen teilzunehmen und eingeladen zu werden, kann sich gerne bei Birgit Strothenke melden.
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Allgemeines über Lettland
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Bis zum Ende der achtziger Jahre war das Baltikum ein weißer Fleck auf unserer Landkarte. Diese Sichtweise änderte sich erst, als die „singende Revolution“ der Esten, Letten und Litauer das Sowjet-Imperium zu erschüttern begannen und Hunderttausende wieder und wieder für die Unabhängigkeit ihrer Länder demonstrierten. Im Jahr 1991 kamen die „Blutsonntage“ von Vilnius in Litauen und von Riga in Lettland, und es wurde deutlich, dass Estland, Lettland und Litauen keineswegs abtrünnige Sowjetrepubliken waren, sondern seit dem Zweiten Weltkrieg sowjetisch besetzte Staaten, die sich nicht einen einzigen Augenblick mit ihrem tragischen Schicksal abgefunden hatten.  Auf die Karte klicken, um zu vergrößern. |
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Seit der Wiederherstellung der Unabhängigkeit 1991 sind viele Esten, Letten und Litauer aus der westlichen Emigration in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Auf der anderen Seite haben zehntausende Russen, die während der sowjetischen Besatzung zugezogen waren, die baltischen Staaten wieder verlassen. Da zudem die Geburtenrate sinkt, ist die Einwohnerzahl in den drei baltischen Ländern seit 1991 rückläufig. Lettland hat 2,5 Millionen Einwohner, davon sind mehr als 40 Prozent russischsprachig. Die drei baltischen Staaten haben den Abschied von der Vergangenheit radikal vollzogen. Schnell haben sie sich von der kollabierenden russischen Volkswirtschaft abgekoppelt und weitgehend nach Westen umorientiert, wenngleich der Transithandel mit Rußland weiter eine wichtige Rolle spielt. Aber natürlich hat der Übergang zur Marktwirtschaft auch seine Schattenseiten. Auch in Lettland sind einige wenige sehr schnell reich geworden, während die Masse der Bevölkerung materiell auf der Strecke geblieben ist. Die soziale Disharmonie wird auch in Zukunft die größte Herausforderung für die Politiker der drei baltischen Länder bleiben. Am 1. Mai 2004 ist Lettland der EU beigetreten. |
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Geschichte Lettlands |
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Ca. 200 Jahre v. Chr. begannen die Indo-Europäer, Vorfahren der baltischen Volksstämme, das heutige Gebiet von Lettland zu besiedeln. Riga wurde 1201 gegründet und ist 1282 in den hanseatischen Städtebund der norddeutschen Handelsstädte eingetreten. Damit übernahm Riga die wichtigste Vermittlerrolle im West-Osthandel. Während der folgenden Jahrhunderte durchlebte Lettland eine turbulente Geschichte und wurde von verschiedenen Nationen besetzt und verwaltet. Bis zum Ende des 1. Weltkrieges hatten die Letten kein eigenes Staatswesen; ihre Siedlungsgebiete waren im Mittelalter Teil Livlands. Die Liven, Selen, Kuren und Semgaller wurden seit 1180 missioniert und im 13. Jh. vom Schwertbrüderorden bzw. (ab 1237) vom Dt. Orden unterworfen. 1561 geriet Lettland unter polnische Herrschaft. Seit Ende des 18. Jh. gehörte es zum russ. Zarenreich. 1801 wurden Kurland, Livland und Lettgallen zu einem russ. Generalgouvernement vereinigt. Erst 1918 wurde die unabhängige Republik Lettland ausgerufen. Im Frieden von Riga 1920 erkannte Rußland „für ewige Zeiten“ die Unabhängigkeit Lettlands an. 1922 gab sich Lettland eine erste Verfassung. |
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Im geheimen Zusatzprotokoll zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt von 1939 fiel Lettland an die Sowjetunion, die das Land 1940 annektierte und umgehend 34.000 Letten deportieren ließ. Der deutschen Besatzung 1941 bis 1944, der 120.000 Juden und Widerstandskämpfer zum Opfer fielen, folgte nach Kriegsende Stalins Strafgericht: etwa 120.000 Letten, der Kollaboration mit den Nazis verdächtigt, wurden zwischen 1945 und 1953 nach Mittelasien und Sibirien deportiert und ebenso viele Nichtletten ins Land geholt. Lettland wurde in die Sowjetunion eingegliedert und Riga Hauptstadt der lettisch-sowjetisch-sozialistischen Republik (LSSR). Auf die Karte klicken, um zu vergrößern.
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